Aktuell

 

Farbumschlag der Trauben
Mit Netzen gegen die Vögel
Die Rebbauern: Matthias Berger, Alain Grüter, Markus Gehring
   

 Mitte August:  Einzelne Trauben haben mittlerweile mit dem Farbumschlag begonnen. Die Reifung schreitet voran. Der Zuckergehalt ist aber noch verhalten tief. Wir haben 35 Grad Oechsle gemessen. Durchschnittlich wurde in den letzten zehn Jahren von unserem Vorgänger 89 Oechsle erreicht. Das Jahr 2003 war der Spitzenreiter mit 103 Oechsle Graden. Wir hoffen nun weiter auf eine sonnige und trockene Witterung. Um die Qualität der Trauben weiter zu steigern, wurde ein Teil der Trauben am Stock heraus geschnitten. So gehen nun die Assimilate bei gleich bleibender Blattfläche am Stocks nur noch in die verbleibenden Trauben. Die bedeutet mehr Qualität, dafür auch einen geringeren Ertrag. Bald sind die Trauben genügend süss um den vielen Vöglein aus dem Walde wohl zu schmecken. Deshalb wurden die Reben mit Netzen geschützt. Dabei halfen uns Matthias Berger (unser Rechtskonsulent) und Markus Gehring.

 




   

Ende Juli bis Anfangs August: Der Juli gehörte mit einem Wärmeüberschuss von rund 3 Grad zu den fünf Wärmsten der Messreihe der MeteoSchweiz mit Beginn im Jahr 1864. Die Besonnung war weitverbreitet grösser als im Durchschnitt der Julimonate von 1961-90 (Quelle: MeteoSwiss). Davon profitierten auch unsere Trauben. Am 22. Juli leiteten dann aber Gewitter und kräftige Regengüsse ein kühles und in der Deutschschweiz regenreiches Monatsende ein. Auch der August blieb mit eher kühler und nasser Witterung bisher hinter den Erwartungen. Dem Ertrag am Stock hat dies jedoch keinen Abbruch getan und wir hoffen nun auf einen wunderbaren goldenen Herbst. Die Arbeiten im Rebberg waren vielseitig: Laufend Geiztriebe und Wasserschosse entfernen, Gipfeln (dritter Durchgang dies Jahr), neue Blüten und Trauben entfernen, Spritzen (die Erneuerung des Pflanzenschutzes ist alle 2 Wochen nötig) und Mähen.  

 





    

Anfangs Juli: In unserem Rebberg sind die Schosse (Triebe) schon weit über den höchsten Draht geklettert und warteten nun darauf ca. 20 cm oberhalb des obersten Drahtes gegipfelt zu werden. Immer wieder nehmen andere Schosse den Weg aus der Laubwand und mussten wieder eingeschlauft werden. Die Geiztriebe, das sind Nebentriebe der Schosse, welche aus den Sommeraugen in den Blattachseln austreiben, müssen in der Traubenzone ausgebrochen werden, damit die Kraft jetzt nach der Blüte in die Traubenbildung geht.

Fotos von links nach rechts:

Rebzeile, welche noch gegipfelt werden muss; Ranke, welche kunstvoll den Draht umschlingt; aus den Gescheinen sind nach der Blüte nun heranreifende Trauben geworden; Stammfuss einer Rebe nach dem Jähten; 

 

 
 

Ende Juni 2010: Unsere 800 Reben sind voll im Schuss und zeigen keinerlei Ermüdungserscheinungen trotz ihrer 30 Jahre auf dem Buckel. Die Triebe schiessen voll aus und ragen schon vielerorts über die Drahtanlage hinaus (>2m). Die ersten Blüten sind erkennbar. Die Triebe werden, wo noch nicht geschehen, zwischen die Drähte eingeschlauft. Für den besser Halt werden die Drähten mit Klammern zusammengeheftet. Neue unerwünschte Triebe am Stamm (Wasserschosse) werden entfernt. Alle 10 bis 14 Tage wird gegen Pilzbefall gespritzt. Es wird in jeder zweiten Reihe das Gras mit der Motorsense und dem Rasenmäher gemäht.