Aktuell

 









Ende April bis Mitte Mai: Der April brachte einen extremen Wärmeüberschuss von verbreitet 4 bis 5 Grad über dem langjährigen Mittel (1961-90). Seit Messbeginn im Jahre 1864 war nur der April 2007 noch wärmer als der diesjährige. Auf der Alpennordseite fielen verbreitet nur 20 bis 35 Prozent (!) der normalen Niederschlagsmengen. Die Besonnung war vor allem im Norden viel grösser als normal (mod. nach Meteoswiss). Entsprechend sind die Reben dieses Jahr etwa zwei bis drei Wochen weiter als im letzten Jahr. Die grosse Trockenheit machte den Reben nicht weiter zu schaffen. Das 4-Blattstadium war schon Ende April erreicht. Es wurden bereits zwei Spritzungen durchgeführt. Die Erste gegen die Schwarzflecken-Krankheit und den Rotbrenner und eine zweite reguläre Spritzung gegen Mehltau & Co. Viele Helfer waren beim Erlesen im Einsatz, um Wasserschosse am Stamm und überschüssige Triebe zu entfernen. Es wurde gejähtet und vereinzelt wurden Brennesseln mit Herbizid bekämpft. Das Jahr hat gut begonnen und natürlich hoffen wir auf weiterhin günstige Bedingungen.

 







7. Mai 2011: Besuch bei der Kellerei Krug & Co: Seit der Ernte sind gut sieben Monate vergangen und unser erster Jahrgang steht kurz vor dem Stapellauf. Aus dem süssen Traubensäftchen ist inzwischen ein neckischer Federweisser herangereift. Dies hat sich so abgespielt:

Gerade im Anschluss an die Ernte wurde das Traubengut zu Krug & Co gefahren, entrappt (Stiele entfernt), angequetscht und in die Presse umgepumt. Der Saft wurde dort schnell abgepresst, so dass nur wenig roter Farbstoff und andere Inhaltsstoffe aus den Beerenschalen gelöst wurden. So erhält der Wein seine wunderbare "bernsteinerne" Farbe. Die Gärung setzte schon früh natürlich ein, wurde aber mit Zuchthefen (Wädenswiler Reinzuchthefe) unterstützt. Nach ca. 10 Tagen war der Zucker vollständig in Alkohol vergoren (bei ca. 20ºC). Es wurden ungefähr 11 Vol % Alkohol angestrebt, was mit einer Zugabe von ca. 2.5 kg Zucker pro Hektoliter erreicht wurde. Natürlich wäre der Wein auf ca. 9 Vol % gekommen.

Nach der Gärung entwickelt sich der Wein biochemisch weiter. Der sogenannte biologische Säureabbau (malolaktische Fermentation) ist ein wichtiger weiterer Schritt. Dabei wandeln bestimmte Milchsäurebakterien die stärkere Apfelsäure zu der schwächeren Milchsäure um. Etwa 3 g/l Säure wurde auf diese Weise natürlich abgebaut (bei ca. 20ºC). Durch die Zugabe von Kalk (CaCO3) wurden dem Wein weitere 2 g/l Säure entzogen. Das im Wein gelöste Calcium fällt mit der Säure zu Weinstein (Kalziumtartrat) aus. Es werden vor der Abfüllung in die Flaschen etwa 5 g/l Säure angestrebt.

Der Wein wird voraussichtlich im Juni in die Flaschen abgefüllt und etiquettiert werden. Am Rebbfest freuen wir uns den Federweissen erstmals präsentieren zu können. Genaue Angaben zum Event folgen.

 

 









10. April: Es ist anfangs April und die Temperaturen sind gut über 20º C.  Alle geniessen die Arbeit und inhalieren den Frühling. Einzelne Reben sind bereits am Austreiben - etwa 2-3 Wochen früher als letztes Jahr. Wenn kein Frost mehr kommt sind das fürs Erste gute Vorzeichen für dieses Jahr. Die Reben sind angebunden und die Erdarbeiten (Jähten und Fräsen) sind im unteren Teil zumindest abgeschlossen.

 





Im März: Die Gassen zwischen den Rebzeilen sind schwierig zum Bewirtschaften - sie gleichen eher Buckelpisten oder Half-Pipes als einer gepflegten Anlage. Um die Stöcke ist das Erdreich angehäuft und verschiedene unerwünschte Pflanzen haben sich breit gemacht (e.g. Brennesseln). Das Gras-Schneiden ist unter diesen Umständen mühselig. Eine Massnahme in unserem neuen Masterplan für diese Jahr umfasst das Fräsen und Ausebenen jeder zweiten Zeile. Der Verein hat sich dazu eigens eine Occassion-Fräse angeschafft (siehe Bild). Mit Hilfe der Fräse wird der Boden umgegraben, aufgelockert und das geschnittene Holz wird zerkleinert und in den Boden eingearbeitet. Die Pfanzen in den anderen, nicht bearbeiteten Zeilen könnnen sich wieder in den umgegrabenen Boden versamen. Der Saft aus den Stöcken ist noch nicht in den Trieben, so dass mit dem Anbinden zugewartet wird. Mit dem schönen Wetter in Aussicht wird es jedoch nicht mehr lange dauern, bis die Reben zu bluten beginnen.