Ende September 2012: Die Wümmet steht kurz bevor - ein prickelndes Gefühl. Wird das Wetter uns noch ein paar gute Sonnenstunden gewähren? Werden die kalten Nächte uns noch ausreichend feine Geschmackstoffe bescheren? Können wir die Zuckergrade des letzten Jahres noch erreichen? 

Eines lässt sich sicher schon sagen: Der Ertrag wird um einiges tiefer ausfallen. Dieses Jahr war ein ausgeprägtes Pilz-Jahr. Der falsche Mehltau hat vor allem in der ersten Sommerhälfte ideal feuchte Bedingungen vorgefunden. Unsere Reben sind davon auch stark betroffen - trotz unserem 10 bis 14 Tages-Rhythmus für das Ausbringen der Pflanzenschutzmittel. Dies reichte offenbar dieses Jahr nicht aus um die Reben genügend zu schützen. So haben viele (Profi-) Winzer jede Woche die Mittel ausbringen müssen (vergleiche Artikel im Tages-Anzeiger vom 22.09.2012). 

 

Ein zweites Phänomen ist dieses Jahr zu beobachten: Innerhalb der Traube sind ganz unterschiedlich grosse Beeren gewachsen. Dies ist zu beobachten, wenn bei der Blühte respektive der Befruchtung die Witterungsbedingungen unvorteilhaft sind (kaltes und nasses Wetter). Dann bleibt gehäuft ein Teil der Beeren klein und die Traube wird generell lockerbeeriger. Auf die Qualität könnte es unter Umständen sogar einen positiven Einfluss haben. Kleine Beeren haben ein besser Verhältnis von Traubenschale (Hort vieler Geschmackstoffe) zum Anteil Fruchtfleisch.