Männliche Kirschessigfliege

(das Weibchen hat keine Punkte an den Flügeln)

Quelle: Strickhof

 

Einstichlöcher der Fliege auf der Sorte Hanita. 

Quelle: Strickhof



Drosophila-Larven sind von Auge problemlos erkennbar.

Quelle: Strickhof

 

 

 

Oktober 2014: Das Rebjahr 2014 wird als Suzukii-Jahr in Erinnerung bleiben. Die Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) hat auch unseren Rebberg nicht verschont - über den Daumen gepeilt sind es an die 5 % befallene Beeren. Das Traubengut war trotz der grossen Anzahl Helfer nicht schon wie in anderen Jahren nach einem halben Tag gelesen. Das sorgfältige "Söndern" (Herausschneiden der schlechten Beeren) nahm den ganzen Tag in Anspruch. Wir sind daher froh, dass wir keine Löhne entrichten müssen ...

Die Rebberge und Sorten sind von der Fliege unterschiedlich stark betroffen, die Bandbreite reicht von Beständen ohne Befall bis hin zu solchen, die direkt in die Biogasanlage geführt wurden (NZZ, 09.10.2014). Nach vorsichtigen Einschätzungen des Branchenverbandes Zürcher Weine sind kantonsweit an den roten Trauben 5 % durch die Fliege befallen worden. Die roten Trauben schmecken der Suzukii offensichtlich viel besser und innerhalb der Roten Sorten legt die Fliege ihre Eier vornehmlich in die dunklen grossen Beeren und jene mit weichen Häuten , wie z.B. Cabernet Dorsa, Dornfelder, Regent (Tages Anzeiger, 11.10.2014). Unser Kelterer, Marcus Schneider von der Hasenhalde, beklagt einen Totalausfall des Cabernet Dorsa (eine Wiederauflage des Purpur ist also so oder so erst nächstes Jahr wieder möglich). 

Die Kirschessigfliege befällt gesunde Früchte einer grossen Anzahl von Wirtspflanzen: Beeren, darunter vor allem Erd-, Him-, Brom- und Heidelbeere, und Steinobst wie Kirsche, Zwetschge, Pflaume und Aprikose. Der Schädling ist im Juli 2011 erstmals in der Schweiz an Heidelbeeren im Tessin und Himbeeren in Graubünden nachgewiesen worden. Schon 2012 und 2013 wurden die Fliegen dann in den Reben gesichtet, jedoch gab es keine Schäden an den Trauben. Am 22. August dieses Jahres fand ein Experte in einem Regensberger Rebberg die erste Larve, bereits am Folgetag gab der Kanton Zürich drei Pflanzenschutzmittel (Insektizide) unter Auflagen frei. Man war also auf das Insekt vorbereitet, mit seiner rasanten Ausbreitung hat es aber viele überrascht. Ein Weibchen legt rund 300 Eier, bereits nach 7 Tagen ist die nächste Generation am Werk (Quelle Agroscope). 

Bisher fehlt die Erfahrung im Umgang mit dem neuen Schädling. In gewissen Rebbergen wurde die Fliege mit Erfolg durch das Aufstellen von Fallen mit einem biologischer Lockstoff als Köder bekämpft (biologische Essigfliegenfalle). Auch der Einsatz von Insektiziden ist erlaubt, was jedoch von den meisten Winzern möglichst vermieden wird.  

Quellen: NZZ Online, Tagesanzeiger, Agroscope, Strickhof